Wissenschaftlich-beruflicher Werdegang

Mein wissenschaftlicher und beruflicher Werdegang ist von Anfang mit den Sozialwissenschaften im weiteren Sinne und der Soziologie im engeren Sinne verknüpft. Dieser Werdegang ist die weitaus meiste Zeit ein Gang durch Institutionen gewesen. Für die Ausbildung hatte ich die Universitäten in FrankfurtM (Diplom) sowie in Minneapolis / USA (Promotion) ausgesucht. Habilitiert habe ich mich an der Universität Bremen. Das Deutsche Jugendinstitut in München (Abt. Familienforschung / Familienpolitik) war der für mich wichtigste Ort, an dem ich Sozialwissenschaft als Beruf ausgeübt habe. Dazu kamen auch Tätigkeiten als wissenschaftliche Referentin der Zweiten Psychiatrischen Klinik der Freien Universität in Berlin sowie als Privatdozentin und Gastprofessorin für Soziologie an den Universitäten Bremen, Frankfurt/M und Dortmund.

Im Jahre 2001 habe ich das Deutsche Jugendinstitut in München nach knapp 25 Jahren Mitarbeit verlassen und lebe und arbeite jetzt in Ahrensburg bei Hamburg.

Meine Arbeit in den Sozialwissenschaften kreist um die gesellschaftlichen Bedingungen von Entwürdigung, Mißachtung und Zerstörung von Menschen bzw. von Verhinderung und Überwindung solchen Handelns. Ich habe mich in meinen thematischen Aufgabenstellungen im Laufe der Zeit immer stärker auf das Feld des Nationalsozialismus konzentriert. Das habe ich nicht zuletzt auch deshalb getan, weil ich als Fast-NS-Nachgeborene, deren Leben 1942 in Berlin begann, meine besondere Aufgabe darin sehe, mein Erschrecken über die NS-Verbrechen für eine weitere Aufklärung über das Zustandekommen eben dieser Verbrechen zu nutzen.

Meine grundsätzlichen wissenschaftlichen Fragestellungen erhielten eine weitere starke Färbung dadurch, dass ich mich inhaltlich sehr auf die Denkanstöße aus der Frauenbewegung der siebziger und achtziger Jahre eingelassen habe. Diese perspektivische Sensibilisierung führte mich auch zu meinen langjährigen Engagements in der Wissenschaftspolitik, konkret zu meinen Beiträgen in den achtziger und neunziger Jahren zur Etablierung von Frauenforschung / Geschlechterforschung / feministischer Forschung in der Bundesrepublik Deutschland (vor allem im Rahmen der damaligen Sektion Frauenforschung in den Sozialwissenschaften der Deutschen Gesellschaft für Soziologie sowie der Frauenakademie München [FAM]).